Stay with me: Tipps, um die Absprungrate zu senken

von Lisa Lubberich

Kategorie(n): Ratgeber Datum: 27. April 2022
Wer im Internet nach „Popcornmaschine“ sucht und eine vorgeschlagene Seite öffnet, hat dafür in der Regel einen bestimmten Grund. In diesem Fall steckt vermutlich eine Kaufabsicht dahinter. Öffnet man nun eine Website, in der die Geschichte der Popcornmaschine erklärt wird, führt das höchstwahrscheinlich dazu, dass man diese Seite wieder verlässt – und zwar ohne eine Popcornmaschine gekauft zu haben. Dieser „Absprung“ ist nicht nur für den Nutzer unbefriedigend, sondern sorgt auch dafür, dass die Absprungrate der Website steigt. Besucht ein Nutzer eine Website, hat er in der Regel immer eine bestimmte Intention: Er sucht nach einer Information, möchte ein Produkt kaufen oder eine bestimmte Seite aufrufen. Wird dieser „User Intent“ nicht bedient, verlässt der Nutzer die Seite wieder. Dabei geht für Webseitenbetreiber eine mögliche Konversion verloren und die Absprungrate steigt. Deine Website hat eine hohe Absprungrate? Daraus lässt sich möglicherweise schließen, dass du etwas an deiner Strategie ändern solltest. Wir zeigen auf, was du optimieren kannst, um die Absprungrate zu senken.

Die Absprungrate/Bounce Rate

Laut Google gilt eine Sitzung als abgebrochen, wenn dabei nur eine einzige Abfrage an den Analytics-Server ausgelöst wird. Die Absprungrate bzw. „Bounce Rate“ ist also der Prozentsatz aller Nutzer, die eine Website besuchen und diese wieder verlassen, ohne dass weitere Anfragen ausgelöst werden. Unter einem Absprung versteht man also jeden User, der eine Website öffnet und diese schließt oder zurückspringt, ohne eine andere Seite der gleichen Domain zu besuchen. Eine hohe Bounce Rate ist also: die Anzahl der verpassten Chancen, eine Konversion zu erzielen. Das bedeutet allerdings nicht generell, dass die Conversion Rate automatisch steigt, wenn die Absprungrate sinkt. Denn: Der User kann etliche Unterseiten aufrufen, aber dennoch keinen Kauf oder Lead tätigen.

Potenzielle Gründe für eine hohe Absprungrate

Eine zu hohe Absprungrate kann unterschiedliche Gründe haben, u.a.:
  1. Unzureichender Content
    • Erhält der User auf der betreffenden Website nicht ausreichend Informationen zu dem, was er sucht, verlässt dieser die Seite sofort wieder. Ansprechender Content, der einen Mehrwert liefert, ist daher unerlässlich, wenn du die Bounce Rate senken möchtest.
  2. Schlechte User Experience
    • Finden Nutzer auf deiner Seite nicht das, was sie suchen, oder wird ihr Besuch beispielsweise durch endloses Scrollen erschwert, ist ein Absprung keine Seltenheit. Achte auf ein nutzerfreundliches Design, um Besucher auf der Website zu halten und die Absprungrate zu senken.
  1. Fehlende Unterseiten
    • Das Analysetool kann keine weiteren Aufrufe tracken, wenn die Website lediglich aus einer Seite besteht. In diesem Fall solltest du über (weitere) Unterseiten nachdenken.
  1. Falscher Einbau des Trackingcodes
    • Auch eine fehlerhafte Einbindung des Trackingcodes führt zu einer hohen Absprungrate. Auf jeder Seite, die analysiert werden soll, muss der sogenannte Trackingcode daher korrekt in den Quellcode eingebaut werden, andernfalls wird eine zu hohe Bounce Rate gemessen.

Absprungrate senken und Conversion Rate erhöhen: so geht’s

Um die Absprungrate zu senken, gibt es einige Möglichkeiten, die eigene Website zu optimieren: Einbau interner Verlinkungen Einer der wichtigsten SEO-Faktoren – interne Links – haben einen immensen Einfluss auf die Absprungrate. Besucht ein Nutzer eine Website und findet dort nicht das, was er sucht, ist es ratsam, ihm weitere Unterseiten zu verwandten Themen zu offerieren – in Form von internen Links. Das hat zwei Vorteile:
  • die Chance, eine Conversion zu erzielen
  • und den Nutzern die eigene Bandbreite aufzuzeigen.
User-fokussierter Content „Content ist King“ ist längst keine leere Phrase mehr – das zeigt sich auch in der Absprungrate. Strukturierte Artikel, die sowohl übersichtlich sind als auch inhaltlichen Mehrwert liefern, halten Besucher auf einer Website. Durch Absätze, Zwischenüberschriften, Grafiken und andere Punkte, die der Content-Optimierung dienen, senkst du die Bounce Rate und erhöhst im Optimalfall die Conversion Rate. Starker Content sorgt dafür, die Absprungrate gering zu halten, daher lohnen sich folgende Tipps zur Optimierung:
  1. Teaser die User an: Neugierde will befriedigt werden und hält Nutzer auf deiner Website.
  2. Optimiere die Meta-Daten: Diese sollten das Haupt-Keyword sowie einen funktionieren Call-to-Action enthalten.
  3. Baue Hyperlinks und Sprungmarken Beides sorgt für eine höhere Verweildauer.
  4. Spiele mit unterschiedlichen Formaten wie Text, Bildern, Videos etc. und sorge so für Abwechslung.
  5. Sorge für einen schlauen Aufbau des Inhalts.
  6. Überprüfe die Aktualität und Relevanz des Contents durch regelmäßiges Monitoring und Tracking des User-Verhaltens.
Gelungene User Experience schaffen Damit aus einem User eine Conversion wird, sollte er sich auf der betreffenden Website zurechtfinden. Das erreichst du nicht nur durch ansprechende Inhalte, sondern auch klares Design. Eine gelungene User Experience ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Dazu gehören u.a.
  • eine übersichtliche Navigation,
  • ein optisch ansprechendes Design (durch Layout, Typografie etc.)
  • eine klare Gliederung
  • sowie eine ansprechende Content-Gestaltung.
Bei der Erstellung einer Website gilt es daher, die Perspektive der Nutzer einzunehmen und sich zu fragen, wie deren Bedürfnisse bestmöglich erfüllt werden können. Dabei sind lesbare Schriftarten ebenso wichtig wie ein stimmiges Corporate Design und technische Faktoren wie die Kompatibilität der Seite mit sämtlichen gängigen Browsern – sowohl am Desktop als auch mobil. Page Speed optimieren Die Ladegeschwindigkeit einer Website ist nicht nur ein offizieller Rankingfaktor von Google, sondern trägt auch maßgeblich dazu bei, ob ein Nutzer eine Website wieder verlässt oder nicht. 2-3 Sekunden – länger sollte das Laden einer Seite nicht dauern, sonst verliert der durchschnittliche User die Geduld und springt ab. Das Ergebnis: eine höhere Bounce Rate. Die Ladegeschwindigkeit einer Website lässt sich beispielsweise durch Googles PageSpeed Insights messen und sollte gegebenenfalls schnellstmöglich optimiert werden. Potenzial zur Optimierung bietet sich meist u.a.in Form von:
  • Bildgrößen,
  • Browser-Caching
  • oder der Quellcode-Reduzierung.
Richtiger Umgang mit Keywords Bei der Definition von Keywords solltest du dich auf alle jene fokussieren, die sich in den Inhalten deiner Website widerspiegeln – nicht die, die vorrangig eine breite Masse an Usern anziehen. Das sorgt lediglich für unbefriedigte Leser und erhöht die Bounce Rate. Außerdem gilt:
  1. Die Keyworddichte nicht überstrapazieren
  2. Das semantische Umfeld einbeziehen: Nutzer, die „Popcornmaschine“ suchen, interessieren sich womöglich auch für Zuckersorten, Filme und Preisvergleiche
  3. Longtail-Keywords optimieren
Eine ausführliche Keyword-Recherche ist daher unerlässlich und sollte nicht vernachlässigt werden. Mobile first Immer mehr Nutzer besuchen Websites über ihr Smartphone, in der Regel also auch deine (Ausnahmen gibt es natürlich trotzdem: z.B. Special Interest B2B-Themen, die häufiger über den Desktop gesucht werden). Ist eine Seite nicht für mobile Endgeräte optimiert, ist der Aufenthalt oft mit Problemen wie endlosem Scrollen, Heranzoomen etc. verbunden. Der ungeduldige User handelt dann meist, indem er die Seite wieder verlässt. Die Absprungrate steigt. Achte daher darauf, dass deine Website „mobile friendly“ ist. Auch hier bietet Google ein Tool zur Überprüfung an. Goodbye, Pop-ups, Interstitials & Co Die stetig steigende Nutzung von Adblockern macht deutlich, dass die meisten Nutzer sich von Ads gestört fühlen. Dennoch sind diese für Brands oftmals wichtig und eine Finanzierungsquelle. Damit User dadurch nicht vertrieben werden und die Bounce Rate in die Höhe treiben, ist ein sparsamer Umgang mit Elementen dieser Art ratsam. Dabei sollten diese auch qualitativ punkten und nicht zu werblich erscheinen, da sie sonst von den eigentlichen Inhalten ablenken. Auch aus SEO-Sicht empfiehlt es sich, eine Seite nicht mit Links und Pop-ups zu überladen – das wirkt sich negativ auf das Ranking aus. Unwiderstehlichen Call-to-Action schaffen Ein klarer Call-to-Action ist der letzte Schritt, um aus einem Besucher eine Conversion zu machen. Ein cleverer Titel lockt User an, wertvoller Content steigert das Interesse – doch was dann? Folgt anschließend ein guter Call-to-Action, stehen die Chancen gut, dass dieser aus einem Besucher beispielsweise einen Käufer macht. Ein guter CTA sollte daher unwiderstehlich sein. Er zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass er:
  • von Nutzern in weniger als 3 Sekunden erkannt wird,
  • zum Anklicken animiert,
  • eine Conversion erzeugt
  • und somit auch die Absprungrate reduziert.

Fazit

Die Gründe für eine hohe Absprungrate sind ebenso vielfältig wie die Möglichkeiten, sie zu verringern. Im Optimalfall lässt sich eine hohe Bounce Rate vermeiden, in dem bereits im Vorfeld alle genannten Punkte zur Optimierung ausgeführt und als KPIs regelmäßig überwacht werden. Schon kleine Veränderungen im Algorithmus können jedoch dafür sorgen, dass die Absprungrate deiner Website steigt. Vor allem der Content deiner Seite muss daher von Zeit zu Zeit überprüft und unter Umständen aktualisiert werden. Bild: Taras Shypka / unsplash.com