Wochenrückblick KW 19 2026

von Sandra Jakobs

Kategorie(n): Wochenreports Datum: 11. Mai 2026

Inhalte von Dritten könnten in der EU bald wieder von Google erlaubt sein. OpenAI veröffentlicht Landing Page für Ads. Studien identifizieren 23 Faktoren für Sichtbarkeit in generativen KIs.

Google könnte Spam-Maßnahmen gegen Publisher in der EU lockern

Google erwägt offenbar, Maßnahmen gegen sogenannten „Site Reputation Abuse“ in Europa teilweise zurückzunehmen. Dabei geht es um Inhalte von Drittanbietern auf starken Publisher-Domains, die gezielt für bessere Rankings genutzt werden. Seit Anfang 2025 war Google verstärkt gegen solche Modelle vorgegangen und hat manuelle Maßnahmen verhängt. Nun untersucht jedoch die EU-Kommission, ob diese Regeln womöglich gegen den Digital Markets Act (DMA) verstoßen, denn Kritiker sehen darin eine Einschränkung legitimer Geschäftsmodelle von Verlagen und Affiliate-Partnern. Laut Berichten hat Google bereits Änderungsvorschläge eingereicht. Sollte es zu einer Lockerung kommen, könnten Gutschein- und Affiliate-Seiten großer Medienhäuser wieder stärker in den Suchergebnissen auftauchen.

https://www.seo-suedwest.de/10770-bericht-google-koennte-massnahmen-gegen-site-reputation-abuse-in-europa-einstellen.html

 

OpenAI baut ChatGPT Ads weiter aus

OpenAI treibt den Ausbau seines Werbesystems für ChatGPT weiter voran und hat eine neue Landing Page für ChatGPT Ads veröffentlicht, auf der sich potenzielle Werbekunden registrieren können. Zudem stellt OpenAI erste Informationen zur Erfolgsmessung von Anzeigen bereit, darunter Hinweise zu Conversion-Tracking und Analysefunktionen. Auch technische Komponenten wie ein eigener „OAI-AdsBot“ wurden entdeckt, der Landingpages für Anzeigen prüfen soll. Die Entwicklungen zeigen, dass OpenAI an einer umfassenden Werbeinfrastruktur arbeitet, die sich an bekannten Plattformen wie Google Ads orientiert. Aktuell befinden sich die ChatGPT Ads noch in einer Beta-Phase und sind vorerst nur in ausgewählten Märkten verfügbar.

https://www.seo-suedwest.de/10766-chatgpt-ads-openai-stellt-neue-landing-page-zur-verfuegung.html

 

Diese 23 Faktoren beeinflussen AI Citations in ChatGPT & Co.

Eine aktuelle Analyse verschiedener Studien und technischer Dokumente zeigt, welche Faktoren die Wahrscheinlichkeit erhöhen, von KI-Systemen wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity als Quelle zitiert zu werden. Insgesamt wurden 23 Einflussfaktoren identifiziert, die sich unterschiedlich stark auf Sichtbarkeit in generativen Suchsystemen auswirken. Besonders wichtig bleiben technische Zugänglichkeit, hochwertige Inhalte und Markenautorität. Gleichzeitig zeigt sich: Klassische SEO-Signale verlieren nicht an Bedeutung, werden jedoch zunehmend durch GEO-Strategien („Generative Engine Optimization“) ergänzt.

Die wichtigsten Faktoren im Überblick, sortiert nach Relevanz für die Sichtbarkeit:

  • URL-Zugänglichkeit – Inhalte müssen für KI-Crawler erreichbar und crawlbar sein
  • Suchmaschinen-Ranking – hohe Rankings für die exakte Suchanfrage erhöhen die Citation-Chance
  • Fan-out-Ranking – Rankings für verwandte Suchanfragen stärken die Sichtbarkeit
  • Vorschau-Kontrolle – Snippet-Einstellungen wie „nosnippet“ beeinflussen die Sichtbarkeit
  • Query-Answer Match – Inhalte sollten semantisch exakt zur Anfrage passen
  • Intent-Format Match – das Content-Format muss zur Suchintention passen
  • Themencluster-Ranking – Rankings für mehrere verwandte Themen helfen zusätzlich
  • Antworten im oberen Bereich – wichtige Informationen sollten weit oben auf der Seite stehen
  • klare Inhaltsstruktur – Überschriften, Listen und Tabellen erleichtern die Verarbeitung
  • faktische Spezifität – konkrete und überprüfbare Fakten werden bevorzugt
  • explizite Formulierungen – präzise Antworten und eindeutige Formulierungen werden bevorzugt zitiert
  • Quellenangaben – klar zitierte Quellenangaben stärken die Glaubwürdigkeit von Aussagen
  • für sich alleinstehende Abschnitte – Inhalte sollten auch ohne zusätzlichen Kontext verständlich sein
  • Sichtbarkeit der Inhalte – wichtige Informationen sollten sichtbar im HTML stehen
  • Aktualität – aktuelle Inhalte erhöhen die Relevanz
  • Brand/Entity Trust – bekannte und vertrauenswürdige Marken werden bevorzugt
  • Textlänge – längere Inhalte performen häufig besser, aber nicht immer
  • Sprache – KI-Systeme bevorzugen Inhalte in der Sprache der Anfrage
  • Konsistenz der Entitäten – konsistente Benennung von Marken, Personen und Produkten hilft beim Verständnis
  • strukturierte Daten – strukturierte Daten zeigen positive Effekte auf AI Citations
  • bekannte Quellen – bereits bekannte Quellen aus Trainingsdaten werden häufiger genutzt
  • Domain Authority – starke Domains besitzen leichte Vorteile bei AI Citations
  • LLMs.txt – bislang gibt es kaum Hinweise auf einen relevanten Einfluss der Datei

Die Analyse macht deutlich: Wer künftig in KI-Antworten sichtbar bleiben möchte, sollte Inhalte nicht nur für Google, sondern zunehmend auch für generative Systeme optimieren.

https://signal.zyppy.com/p/ai-citation-ranking-factors

 

Bild: Christina @ wocintechchat.com M / Unsplash.com