KI-Antworten entsprechen nicht zwingend den Top-10-Suchergebnissen von Google, nutzen die SERP jedoch. Durch JavaScript-Rendering können Inhalte für KIs unsichtbar werden. Instagram bringt neue Reel-Funktionen.
KIs kombinieren Methoden wie Query Fan-out mit klassischen Suchergebnissen
Eine aktuelle Analyse von Ahrefs bringt interessante Einblicke in das Zusammenspiel von KI-Assistenten und klassischen Suchmaschinen. Demnach stammen nur rund zwölf Prozent der von ChatGPT, Gemini oder Copilot zitierten Links aus den Top-10-Ergebnissen von Google. Bei Bing liegt die Quote bei etwa zehn Prozent. Perplexity sticht mit knapp 29 Prozent deutlich heraus – dank eigenem Index und Crawler. Besonders auffällig: Während Google AI Overviews zu 76 Prozent auf Top-10-Ergebnisse zurückgreifen, wählen KI-Assistenten Quellen oft unabhängig von klassischen Rankings. Gründe dafür sind Methoden wie Query Fan-out oder Reciprocal Rank Fusion, die Inhalte breiter streuen.
Parallel dazu berichtet The Information, dass OpenAI über die SerpAPI anonymisiert auf Google-Suchergebnisse zugegriffen haben soll. Tests legen nahe, dass ChatGPT tatsächlich Inhalte aus Googles Ergebnissen in Antworten eingebaut hat – auch ohne offizielle Partnerschaft. Dieser Befund steht jedoch nicht zwingend im Widerspruch zur Studie: ChatGPT kann einerseits Googles Daten als Grundlage nutzen, wendet aber gleichzeitig eigene Aggregationsmethoden an, die zu einer von den klassischen SERPs abweichenden Quellenauswahl führen.
Für SEOs ergibt sich daraus ein klares Bild: Top-Rankings in Google bleiben unverzichtbar, insbesondere für Sichtbarkeit in AI Overviews. Gleichzeitig können auch Inhalte jenseits der ersten Ergebnisseiten relevant werden, da KI-Systeme breiter zitieren. Wer präzise, strukturierte Inhalte bereitstellt und technisch sauber arbeitet, steigert die Chancen, in klassischen SERPs wie auch in KI-Antworten präsent zu sein.
https://ahrefs.com/blog/ai-search-overlap/
JavaScript-Rendering erschwert Sichtbarkeit in KI-Suchmaschinen
Websites, die stark auf clientseitiges JavaScript-Rendering setzen, laufen Gefahr, in KI-basierten Suchsystemen wie ChatGPT, Perplexity und Claude kaum oder gar nicht sichtbar zu sein. Diese Plattformen rendern Inhalte, die ausschließlich über JavaScript geladen werden, derzeit nicht – mit teils drastischen Folgen für die Auffindbarkeit und Darstellung von Websites in der KI-Suche.
Das zeigt eine Analyse von SEO Glenn Gabe anschaulich an einem Fallbeispiel und bestätigt damit die Erkenntnisse aus einer Vercel-Studie aus 2024: Inhalte wurden von KI-Systemen nicht erkannt, Favicons fehlten, und die Seiten wurden entweder gar nicht oder nur in untergeordneten Bereichen zitiert. Besonders problematisch: Selbst gezielte Prompts und URL-Abfragen führten zu Fehlern oder inhaltsleeren Ergebnissen.
Website-Betreiber sind daher gut beraten, ihre Seiten auf JavaScript-Abhängigkeiten zu prüfen. Wer JavaScript im Browser deaktiviert und dann feststellt, dass Seiteninhalte fehlen oder komplett leer bleiben, sollte über ein Redesign nachdenken. Als Lösung bieten sich serverseitiges Rendering (SSR) oder eine reduzierte Nutzung von JavaScript für die Primärinhalte an. Dies schafft die Grundlage für eine bessere Sichtbarkeit in der rasant wachsenden KI-Suche – und legt einen wichtigen Baustein für zukünftige GEO- und LLMO-Strategien.
Instagram Reels verlinken und per AI übersetzen – spannende Neuerungen für Creator
Instagram führt zwei neue Funktionen ein, die insbesondere Content Creatorn helfen sollen, ein breiteres Publikum zu erreichen und Inhalte gezielter aufzubereiten.
Ab sofort können Reels untereinander verlinkt werden. So lassen sich Inhalte als Serie strukturieren und nahtlos konsumieren – inklusive höherer Watch Time und verbessertem Storytelling. Bereits veröffentlichte Reels können nachträglich ergänzt werden. Vorteilhaft ist dabei die verbesserte Nutzerführung, da Zuschauer direkt zum nächsten Teil weitergeleitet werden können, was das Engagement steigert. Ein möglicher Nachteil besteht jedoch darin, dass weniger Nutzer das Profil aufrufen – ein bisher gängiger Weg, um neue Follower zu gewinnen.
Zusätzlich ermöglicht Instagram nun weltweit AI-gestützte Übersetzungen von Reels, aktuell zwischen Englisch und Spanisch. Dabei wird die Stimme des Creators simuliert und lippensynchron wiedergegeben, was eine natürliche und authentische Wirkung erzielt. Dies kann die internationale Reichweite deutlich erhöhen. Gleichzeitig gibt es jedoch Bedenken hinsichtlich Datenschutz, möglicher Missverständnisse durch fehlerhafte Übersetzungen und der fehlenden Kennzeichnung solcher Inhalte als KI-generiert.
https://onlinemarketing.de/social-media-marketing/ai-translations-instagram-reels-durchstarten
https://onlinemarketing.de/social-media-marketing/instagram-reels-links
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